«Für mich hat sich mit dem Freitauchen ein Kreis geschlossen.»

Das Wort «Apnoe» stammt aus dem Griechischen und bedeutet Atemstillstand. Da wir Menschen keine Fische sind, müssen wir unter Wasser die Luft anhalten, ausser wenn wir mit Tauchgeräten unterwegs sind. Somit sind Apnoetauchen, Schnorcheln und Freitauchen alles dasselbe und wurden sicherlich schon von vielen praktiziert.
Für mich trifft der Begriff Freitauchen am besten zu. Seit meiner Kindheit bin ich eine Wasserrate und geniesse es, mich auf, im oder unter Wasser zu bewegen. Das Eins-Sein mit dem Element Wasser und dabei in aller Ruhe und völlig entspannt die Unterwasserwelt zu besuchen, ist meine Leidenschaft. Klar kann ich das ein Stück weit auch mit meiner Tauchflasche auf dem Rücken, aber das Gerätetauchen ist eine Materialschlacht, welche ausserhalb des Wassers einige Kilos wiegt. Für das Freitauchen benötige ich eine Tauchmaske und
Flossen, allenfalls noch einen Schnorchel, Anzug und etwas Blei, mehr aber nicht. Ich kann also weitgehend frei tauchen!

1708 Apnoe 009
Atemtechniken helfen bei der Vorbereitung

Drei wichtige Trainingsdisziplinen

Wenn ich mich in dieser Art und Weise unter Wasser aufhalte, akzeptieren mich die Tiere als grossen Fisch und kommen näher ran. Das natürlich nur, wenn man möglichst ruhig und lange verweilen kann. Deshalb trainiere ich die Disziplinen des Apnoetauchens. Nicht um irgendwelche Rekorde zu brechen, sondern um meine persönlichen Leistungen zu verbessern. Es geht dabei um drei Trainingsdisziplinen. Beim Statik oder Zeittauchen übt man an der Wasseroberfläche total entspannt liegend, mit dem Gesicht im Wasser, möglichst lange die Luft anzuhalten. Ich schaffe inzwischen 2:41 Minuten.
Beim Dynamic oder Streckentauchen geht es darum, mit einem Atemzug eine möglichst grosse Distanz in konstanter Tiefe zurückzulegen. Dabei spielt die Flossentechnik eine grosse Rolle. Meine persönliche Bestleistung liegt bei 52 Meter. Beim Tieftauchen trainiert man dann noch die richtige Abtauchtechnik und den Druckausgleich. Im Walensee bin ich 20.1 Meter tief mit einem Atemzug getaucht. Da man beim Freitauchen ausschliesslich mit der an der Oberfläche eingeatmeten Luft auskommen muss, hat man – im Gegensatz zum Gerätetauchen – keine Beschränkung in der Aufstiegsgeschwindigkeit.
 
Enormen Profit für den Alltag
 
Ich hatte das Glück, dass die Tauchschule Scubalino in Chur den Freitauch-Spezialisten Christian Redl für Kurse gewinnen konnte. So profitierte ich von Christians grosser Erfahrung. Mit 17 Jahren entdeckte er durch den Film «Im Rausch der Tiefe» die Welt des Freitauchens. Seither lotet er seine Grenzen in verschiedenen Projekten aus und ist Rekordhalter vieler unterschiedlicher Tauch-Techniken. Seit 1999 unterrichtet Christian Redl das Freitauchen auf der ganzen Welt. Durch ihn habe ich gelernt, wie wichtig der mentale Aspekt it und wie ich diesen trainieren und beeinflussen kann. Davon kann ich auch im Alltag enorm profitieren.
 
Training in Norditalien
 
Normalerweise trainieren wir im Hal-len- bzw. Freibad oder im See. Eine ganz spezielle Trainingsgelegenheit bietet das «Y-40» in der Provinz Padua, Norditalien. Mit der Rekordtiefe von 40 Metern, ist es das tiefste Schwimmbecken der Welt mit 34° warmen Thermalwasser. In verschiedenen Tiefen gibt es Plattfor men, Höhlen und Grotten. Eine Röhre führt die Zuschauer trockenen Fusses sogar mitten durch den Pool. Eine ganz esondere Umgebung, um das Freitauchen zu üben. Mein grosser Traum ist es aber, im Meer mit frei lebenden Walen zu tauchen. Ich bin sicher, dass sich diese Gelegenheit noch ergeben wird.
 
Freitauchen verbindet Vorlieben
 
Seit vielen Jahren bin ich auch selbst als Tauchlehrerin für Gerätetauchen tätig. Ausserdem habe ich eine Ausbildung in Wassermassage gemacht und bin zertifizierte «Wassermassage 35°» -Praktizierende. Interssierte können sich gerne bei mir melden. Ich habe mich ebenfalls in Wasseryoga weitergebildet. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, als ich gehört habe, dass sich mein Hobby Yoga auch mit Wasser verbinden lässt. In meiner Kindheit faszinierte mich das Synchronschwimmen ebenfalls sehr, aber dafür hat sich leider keine Gelegenheit
ergeben.
Für mich hat sich mit dem Freitauchen ein Kreis geschlossen, denn hier verbinden sich meine Vorlieben, hier kann ich Energie tanken, hier kann ich meinen Körper und Geist zu voller Leistung herausfordern und gleichzeitig total erholen.
 
Autorin: Silvia Schlegel, PADI Instructor, Apnoe Taucher, Wassermassage, Wasseryoga
 
Nächte Kurse:               24./.25.08.2018       PADI Freediver
                                       26./27.08.2018        PADI Advanced Freediver
 
#scubalino #mypadi #lovescuba #apnoe #freediver #freitauchen
 
 
 

© Scubalino,

LehmannVisual