Wir alle wissen, wie wichtig Recycling ist und als Taucher haben wir die Auswirkungen des vielen Plastiks in unseren Meeren schon selbst gesehen. Tun wir genug? Hier sind ein paar der Märchen zum Thema Recycling, die uns davon abhalten mehr für Mutter Natur zu tun und unseren schönen Blauen Planeten zu schützen.

Märchen Nr. 1: Ein Großteil des Plastiks im Meer stammt von Kreuzfahrt- und Containerschiffen.
Falsch! Ein Großteil des Plastiks in unseren Meeren besteht aus Alltagsgegenständen wie Tüten, Flaschen, Strohhalmen, Essensbehältern usw. Wenn wir im Alltag kein Einwegplastik verwenden bzw. unseren Verbrauch reduzieren und die Abfälle richtig entsorgen, können wir den Plastikmüll in den Meeren drastisch reduzieren.
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Märchen Nr. 2: Wenn eine Flasche oder ein Stück Plastik ein Etikett hat, kann sie bzw. es nicht mehr recycelt werden, weil es aus einem Material-Mix besteht.
Falsch! Es hilft dem Recyclingzentrum zwar, wenn das Etikett entfernt wurde. Aber wenn es immer noch da ist, dann wird es eben während der Bearbeitung dort entfernt.

Märchen Nr. 3: Das Plastik im Meer ist nur ein Müllproblem und hat keine weitreichenden Folgen.
Falsch! Plastikteilchen findet man jetzt schon in vielen Meeresbewohnern vom kleinsten Fisch bis hin zum Wal. Vögel fressen Fische und werden dann wiederum von anderen Landtieren gefressen. Es lässt sich also in der gesamten Nahrungskette Plastik nachweisen.

Märchen Nr. 4: Farbiges Papier muss von weißem Papier und verschiedenen Papierarten getrennt werden und darf nicht gemischt werden.
Falsch! Verschiedenfarbiges Papier kann zusammen recycelt werden und verschiedene Papiersorten, wie zum Beispiel von Zeitschriften, Zeitungen, Büchern, Schreibwaren usw. können alle zusammen recycelt werden.

Märchen Nr. 5: Wenn Papier und Metall nicht getrennt werden, können sie nicht wiederverwertet werden.
Falsch! Im Betriebsablauf eines Recycling-Zentrums wird das berücksichtigt. Wenn du einzelne Materialien trennen kannst, ist das eine große Hilfe, aber wenn in deinem Papier noch Büroklammern oder Heftklammern stecken, dann werden sie während der Verarbeitung mechanisch entfernt.

Märchen Nr. 6: Wenn nicht klar ist, was und wie man sortieren soll, dann ist es besser es ganz zu lassen.
Falsch! Dein Recycling-Zentrum will deinen Müll. Wenn du dir nicht sicher bist, was du tun sollst und du deine Abfälle hinbringen sollst, dann frag einfach nach. Sobald du dich einmal daran gewöhnt hast, ist es ganz einfach. Und dann fühlst du dich besser und hilfst unserem Planeten. Recyclingzentren und Abfallentsorgungsunternehmen haben manchmal unterschiedliche Richtlinien, also erkundigst du dich am besten bei den Unternehmen direkte bei dir vor Ort.
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Märchen Nr. 7: Pizzakartons sind nicht wiederverwertbar.
Falsch! Keine Sorge, du kannst weiterhin deine Pizza genießen und musst dir deshalb keine Sorgen um die Umwelt machen. Wenn sie sauber sind, sind Pizzakartons zu 100 % wiederverwertbar. Ist aber der Karton fettig, dann lassen sich die Fette nicht aufbrechen und der Karton sollte nicht dem Recyclingprozess zugeführt werden. Die Lösung? Gönne dir was und gehe auswärts essen.

Märchen Nr. 8: Große Bereiche der Meere, in denen Strömungen ganze Müllteppiche geschaffen haben, können einfach entfernt werden.
Falsch! Nur ein kleiner Prozentsatz des Plastiks, das in die Meere gelangt, schwimmt an der Oberfläche. Viele Plastikteile brechen auseinander und verstreuen sich in der gesamten Wassersäule oder sinken auf den Meeresboden, wo sie später von Tieren gefressen werden. Es gibt derzeit keine effiziente Methode, diese Plastikabfälle aus unseren Meeren zu entfernen.

Also, jetzt, da du die Wahrheit über das Thema Recycling kennst, wird sich da etwas daran ändern, wie du mit deinen Abfällen umgehst? Denk daran, dass du als „Botschafter der Meere“ etwas tun kannst, wenn du während deiner Tauchgänge Müll einsammelst und das, was du findest bei Project AWARE meldest. Teile deine Fundstücke und dein Recycling-Verhalten in den Sozialen Medien und ermutige andere dazu, das Gleich zu tun. Und wenn du jemanden über die Recycling-Märchen sprechen hörst, dann kläre die Leute auf, damit endlich keiner mehr an sie glaubt!

 

© Scubalino,

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